Trauer um unsere GenossInnen in Norwegen

 

 

Offener Brief an die Mitglieder der Jusos München

IUSY Festival am Attersee, den 26. Juli 2011

 

 

Liebe Genossinnen und Genossen,

Liebe Freundinnen und Freunde,

 

angesichts der grausamen Nachrichten und Bilder, die uns in der vergangenen Woche aus Norwegen erreichten, fällt es schwer angemessene Worte zu finden. Entsetzen, Trauer und Sprachlosigkeit waren die erste Reaktion. Die unvorstellbaren Grausamkeit, mit der der Attentäter, nach jahrelanger Vorbereitung, gezielt gegen unsere Genossinnen und Genossen vorging und viele von ihnen ermordete, hat uns alle sehr erschüttert.

 

Das Attentat von Utøya richtete sich gegen junge Genossinnen und Genossen unserer norwegischen Schwesterorganisation (AUF), die zusammengekommen waren, um gemeinsame Sommertage zu verbringen, Freundschaften zu schließen und über Visionen und konkrete Ziele für eine gerechtere und bessere Welt zu sprechen.

 

Wir gedenken allen Genossinnen und Genossen der AUF, die auf so unvorstellbar kaltblütige und grausame Weise aus dem Leben gerissen wurden, den Toten des Bombenanschlags von Oslo, die dem kaltblütigen Kalkül des Attentäters zum Opfer fielen und den vielen Verletzten. Unsere Gedanken sind bei ihnen und ihren Angehörigen. Wir werden sie nicht vergessen.

 

Dieser grauenhafte Anschlag betrifft uns alle in besonderer Weise. Er galt der Idee einer offenen, vielfältigen und toleranten Gesellschaft und insbesondere auch den Werten von Freiheit, Gleichheit und Solidarität, die wir mit unseren norwegischen GenossInnen teilen. Er richtete sich gegen unser Ziel einer Gesellschaft der Freien und Gleichen, gegen Toleranz und Menschlichkeit.

 

Auch das in diesen Tagen stattfindende internationale Festival der International Union of Socialist Youth (IUSY) am Attersee in Österreich wurde von dem Attentat überschattet. Die Eröffnungszeremonie des Festivals war den Opfern von Utøya gewidmet. In einer bewegenden Feier haben die 2.500 JungsozialistInnen aus aller Welt ihre Verbundenheit mit den norwegischen Genossinnen und Genossen und ihre Trauer zum Ausdruck gebracht. Von dem Festival geht ein Zeichen des Zusammenhalts und der starken Solidarität der Gemeinschaft der Jugendorganisationen der sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien der Welt aus.

 

 

 

 

Zeitgleich zu den Gedenkfeiern am IUSY Festival fand in München eine Gedenkfeier der Jusos München statt. Wir wollten euch die Gelegenheit geben den ermordeten Genossinnen und Genossen zu gedenken. Zudem haben sich VetreterInnen der Jusos München gemeinsam mit der Münchner SPD in das Kondolenzbuch des norwegischen Konsulats in München eingetragen. Es besteht weiterhin die Möglichkeit sich in der Geschäftsstelle der Münchner SPD in das Kondolenzbuch der Jusos München einzutragen.

 

Der Anschlag von Utøya steht vor dem Hintergrund der erstarkenden Islamfeindlichkeit und des Rechtspopulismus in Europa. Auch ein Einzeltäter kommt nicht aus dem Nichts, er ist immer auch das Produkt einer gesellschaftlichen Entwicklung die ihn hervorbringt. Auch der Attentäter von Utøya war zuvor in einer rechtspopulistischen Partei aktiv. Umso wichtiger ist es deshalb, den Kampf gegen rechtes Gedankengut, das sich mehr und mehr auch wieder in der Mitte der Gesellschaft breit macht, voran zu treiben.

 

Unsere Antwort auf die Gewalt ist unser Kampf für eine gerechte und gleiche Gesellschaft. Wie Jens Stoltenberg, sozialdemokratischer Ministerpräsident Norwegens sagte, kann die Antwort kann nur mehr Demokratie und noch mehr Menschlichkeit sein.

 

 

 

 

Anno Dietz

Vorsitzender der Jusos München

vom Internationalen IUSY Festival am Attersee